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Öffentlicher Personennahverkehr

Vor neuen Herausforderungen

VDV und ver.di stellen sich dem demografischen Wandel

Über 60 000 Busse und Bahnen fahren in Deutschland täglich im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Im Jahr steigen rund 9,7 Milliarden Fahrgäste in die „Öffentlichen“, insgesamt summieren sich über 90 Milliarden Personen-Kilometer. In Betrieb gehalten wird der ÖPNV von 236 000 Beschäftigten. Mit diesen Zahlen wartet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der größte Branchenverband, der 600 Unternehmen aus ÖPNV und Schienengüterverkehr in Deutschland vertritt, in seinem aktuellen Bericht auf. Auch der Verband stellt sich dem demographischen Wandel und sieht den öffentlichen Personennahverkehr dabei vor neue Herausforderungen.

Die VDV-Akademie ist Forschungspartner in einem Verbundprojekt zur Professionalisierung der Dienstleistungsarbeit im Verkehrssektor (ProVes). Demografiefestigkeit gilt dabei eines der zentralen Handlungsfelder. Es geht neben Qualifizierungsstrategien, Kompetenzentwicklung, Führungs- und Teamstrukturen auch um verbesserte Einsatzmöglichkeiten für Fachkräfte im Fahrbetrieb, alternsgerechte Arbeitsorganisation und Modelle zur Einführung von Mischarbeit. Für Untersuchungen wurde eine Stichprobe von 62 ÖPNV-Unternehmen unterschiedlicher Größe herangezogen. Die Auswertung ergab: Hinsichtlich praktischer Maßnahmen zum demografischen Wandel, die in den befragten Unternehmen bereits umgesetzt werden, steht die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung an erster Stelle, gefolgt von betrieblichem Eingliederungsmanagement, Gesundheitsförderung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bisher kaum praktiziert sind Maßnahmen zum Übergang in den Ruhestand, nur wenige Unternehmen planen das überhaupt. Praktische Untersuchungen im Rahmen von ProVes fanden zudem in vier Modellbetrieben statt: In der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, der Dresdener Verkehrsbetriebe AG, der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) und üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG. Das Projekt läuft seit August 2009 und wird demnächst mit einer Ergebnistagung abgeschlossen, die einen „Fahrplan zur Professionalisierung in Verkehrsunternehmen“ vorstellen soll.

Mehr Stress am Steuer

Für die Fahrerinnen und Fahrer in öffentlichen Verkehrsmitteln sind die aktiven Lenkzeiten am Steuer oder an der Kurbel in den vergangenen Jahren deutlich länger geworden – je nach Betrieb um 15 bis 60 Minuten täglich. Hinzu kommt Arbeitszeitverdichtung in Folge des höheren Wettbewerbsdrucks. Das Fahren im Schichtdienst sei deutlich belastender geworden. Zu solchen Schlüssen kommt eine von der Hans-Böckler-Stiftung 2012 veröffentlichte Studie. Viele Fahrerinnen und Fahrer sähen „die Schmerzgrenze nicht nur als erreicht an, sondern zum Teil bereits als überschritten“, schlussfolgert Autor Hubert Resch. Maßnahmen zur Veränderung hätten eine „Schieflage“ zu berücksichtigen: „Während die Verbesserung der Produktivität messbar ist und gemessen wird, sind auf der anderen Seite die Veränderungen der Tarif- und Arbeitsbedingungen zwar darstellbar, aber die Belastungen für die Fahrer nur schwer bezifferbar...“ (Arbeitsverdichtung im Fahrdienst als Folge der Restrukturierung im ÖPNV, www.boeckler.de/pdf/p_arbp_212.pdf)

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