Straßenmeisterei

Berufsfachtagung Straßenbetriebsdienste und Grünflächenpflege

"Wege zu einer alternsgerechten Arbeitsorganisation"

Berlin – Zitadelle Spandau: Vom 29. bis 30. Oktober 2014.
Flyer zur Tagung

 

 

http://kommunalverwaltung.verdi.de/projekte 

 

Betriebssteckbriefe:

Soest,     NRW

Sachsen-Anhalt

Spandau, Berlin

Nordrhein-Westfalen

Göttingen, Niedersachsen

Erfahrungsberichte:

Erfahrungsbericht Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen

Erfahrungsbericht Umweltbetrieb Bremen, Straßenreinigung Bremen-Nord

Erfahrungsbericht Baubetriebshof der Stadt Göttingen

Erfahrungsbericht Landesstraßenbaubehörde, Regionalbereich Süd, Sachsen-Anhalt

Erfahrungsbericht Baubetriebshof des Landkreises Soest

Erfahrungsbericht Fachbereich Grünflächen und Friedhöfe im Straßen- und Grünflächenamt des Bezirksamtes Spandau von Berlin

 

 

 

Älter werden in einem ziemlich harten Job

Anforderungen und Anerkennung in Balance bringen

Beschäftigte in den Straßenmeistereien arbeiten überwiegend unter harten Bedingungen: bei Wind und Wetter draußen im fließenden Verkehr, Lärm und Abgasen ausgesetzt. Zeitdruck, Arbeitspensum und körperliche Belastungen sind hoch. Der demografische Wandel und die Tatsache, dass in diesem Bereich kaum mehr ausgebildet wird, verändern die Altersstruktur dramatisch. Bereits jetzt sind 25 Prozent der Beschäftigten über 50 Jahre und nur 6,8 Prozent unter 25. Deshalb wird der Erhalt der Arbeitsfähigkeit zum Dreh- und Angelpunkt – in allen Altersgruppen, aber vor allem für den wachsenden Anteil der Älteren in den Unternehmen. Die Erkenntnis, dass dafür weitaus mehr als bisher getan werden muss, gewinnt an Raum.

Aktiv für gesundes Arbeiten

Grundsätzlich, so die Erfahrung Christoph Schindlers von der Stadtverwaltung München, gilt die Frage: Was kann ich und was kann mein Arbeitgeber für gesundes und gutes Arbeiten tun? Der für 30 000 städtische Beschäftigte zuständige Gesundheitsmanager arbeitet mit dem in Finnland entwickelten Haus der Arbeitsfähigkeit, das auf die Balance zwischen Arbeitsanforderungen und individuellem Potenzial zielt. In München waren in solche Projekte u.a. an 12 Standorten Beschäftigte der Straßenreinigung eingebunden, die sich aus 19 Nationen multikulturell zusammensetzen.

Schindlers Erfahrungen mit dieser Methodik sind gut, sie ist in allen Bereichen anwendbar. Gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen durchzusetzen, ist ein genereller Weg – auch in den Straßenmeistereien – der viele Handlungsfelder öffnet. So sind Konzepte für den Umgang mit einer alternden Belegschaft zu entwickeln, moderne Methoden für Arbeits- und Gesundheitsschutz einzuführen oder Präventionsprogramme zu erweitern.

Balance verändern

Die Situation in den Straßenmeistereien haben Sozial- und ArbeitswissenschaftlerInnen im Projekt ZusammenWachsen – ArbeitGestalten exemplarisch in Sachsen-Anhalt unter die Lupe genommen. Im Regionalbereich Süd der Landesstraßenbaubehörde analysieren sie Bedingungen unter dem Blickwinkel des demografischen Wandels, werten Umfragen aus und veranstalten Gesundheitswerkstätten. Ein wichtiges Fazit: Die Balance zwischen Anerkennung und abgeforderter Leistung wird von den Beschäftigten als unausgewogen empfunden. Sie wollen Entscheidungen über Arbeitsmittel mit beeinflussen und brauchen Entlastung bei körperlich schwerer Arbeit. Ideen, an welchen Stellschrauben zu drehen ist, haben sie zuhauf.

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